Fritz Jürgen Kaune: im Frühling
im Frühling
was wäre gewonnen, wenn wir sie fänden,
die Unsterblichkeit, - blieben uns nicht nur lauter
gewohnheiten?
Unser Leben: unendliche wiederholung,
unser Herz schlüge nicht mehr schneller
beim erblicken der ersten Kirschblüten.
was hieße dann "zukünftig" (wenn
wir unsterblich wären, sind es die Dinge nicht auch?)
wir erlebten keine Schönheit mehr, denn
die geschieht nur als Ereignis
(sie macht uns staunen)
die Liebe, wo bliebe sie, wenn wir
unsterblich dahin lebten?
(– unzähöige Male das Gesicht
der Geliebten lesen – aber gelänge das?)
wo bliebe die Überraschung, mit der wir,
an einem einsamen Häuschen vorbeigehend
den Klang einer Klaviersonate hörten, der
aus dem offenen Fenster strömt.
aber wir sind's ja nicht. Freilich
bleibt uns nun der Rest, den man
wie's heißt, auslöffeln muß – oder wegschütten,
halt je nachdem,
einige tage voll Sonnenschein könnte es noch
geben oder einen lang erwarteten Brief
Freilich ist's seltsam,
– die Erde bald nicht mehr zu bewohnen,
–zu sehen
wie sich Blatt um Blatt löst
vom Baum des Lebens,
nichts schützt uns vor dem Wind aus dem Unendlichen,
Seltsam nur zu sagen: nimmermehr.
In jedem Herbst blüht noch eine letzte Rose.
was wäre gewonnen, wenn wir sie fänden,
die Unsterblichkeit, - blieben uns nicht nur lauter
gewohnheiten?
Unser Leben: unendliche wiederholung,
unser Herz schlüge nicht mehr schneller
beim erblicken der ersten Kirschblüten.
was hieße dann "zukünftig" (wenn
wir unsterblich wären, sind es die Dinge nicht auch?)
wir erlebten keine Schönheit mehr, denn
die geschieht nur als Ereignis
(sie macht uns staunen)
die Liebe, wo bliebe sie, wenn wir
unsterblich dahin lebten?
(– unzähöige Male das Gesicht
der Geliebten lesen – aber gelänge das?)
wo bliebe die Überraschung, mit der wir,
an einem einsamen Häuschen vorbeigehend
den Klang einer Klaviersonate hörten, der
aus dem offenen Fenster strömt.
aber wir sind's ja nicht. Freilich
bleibt uns nun der Rest, den man
wie's heißt, auslöffeln muß – oder wegschütten,
halt je nachdem,
einige tage voll Sonnenschein könnte es noch
geben oder einen lang erwarteten Brief
Freilich ist's seltsam,
– die Erde bald nicht mehr zu bewohnen,
–zu sehen
wie sich Blatt um Blatt löst
vom Baum des Lebens,
nichts schützt uns vor dem Wind aus dem Unendlichen,
Seltsam nur zu sagen: nimmermehr.
In jedem Herbst blüht noch eine letzte Rose.
schoenfeldt - 13. Nov, 13:59